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Montag, 09 Oktober 2006 |
MS/Wehrendorf. Ein merkwürdiger Name, der gewiss auch den Stoff für eine interessante Quizfrage abgeben würde. Aber da wir uns hier in 'Gottes Garten' befinden, ist klar, dass es sich um eine Pflanze, genauer gesagt um einen Pilz handelt.
Das Judasohr gehört zur Familie der Ohrlappenpilze und hat viele Namen (u. a. 'Wolkenohr, 'Chinesische Morchel'). Seinen traditionellen Namen erhielt dieser Pilz wegen seiner an eine Ohrmuschel erinnernden, lappenartigen Struktur und der Legende, dass Judas Ischariot sich an einem Holunderbaum erhängt haben soll, der eben diese Pilze trug. Hier sei noch angemerkt, dass eine andere Erzählung besagt, Judas habe sich an einem Baum aus der Familie der Johannisbrotgewächse, nämlich dem Judasbaum -cercis siliquastrum- erhängt.
Tatsache ist, dass das Judasohr mit Vorliebe auf alten Holunderstämmen wächst und daher auch "Holunderschwamm" genannt wird. Der rötlich braune Pilz schrumpft bei Trockenheit zu hornartiger Haut zusammen, kann aber bei Feuchtigkeit wieder zu elastischer, gallertartiger Konsistenz aufquellen. Am bekanntesten dürfte wohl sein Name "Mu-err" sein, unter dem man ihn in getrockneter Form im Handel erhält. Er findet zumeist Verwendung in asiatischen Gerichten. Außerdem wird das Judasohr (Auricularia auricularia-judae) als Heilmittel bei Entzündungen der Schleimhäute und zur Hemmung der Blutgerinnung (Blutverdünner), z. B. bei Arteriosklerose, eingesetzt. Photos: Marlies Schlinkmeier
Siehe auch:
- Gottes Garten: Mönchspfeffer
- Gottes Garten: Eine christliche Heilpflanze
- Gottes Garten: Kapuzinerkresse
- Gottes Garten
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