EKvW/Bielefeld. Die evangelischen Kirchenwahlen, die am 24. Februar 2008 in ganz Nordrhein-Westfalen stattfinden, sind eine Chance für den Aufbau der Gemeinde.
Das hat Präses Alfred Buß an die Vorsitzenden der 589 Gemeindeleitungen der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) geschrieben.
Die Wahl, betont der leitende Theologe, „kann helfen, Gaben zu entdecken. Sie kann dazu beitragen, eingefahrene, vielleicht auch gedankenlos gepflegte Gewohnheiten zu verändern.” Die Wahlen zum Presbyterium (Gemeindeleitung) seien „ein evangelisches Markenzeichen”. Der Präses erinnert in seinem Brief daran, dass die Evangelische Kirche von Westfalen von Presbyterien und Synoden geleitet wird und nicht von Pfarrern und Bischöfen. „Die Wahlen zum Presbyterium sind ein Kernstück der Ordnung, die sich unsere Kirche gegeben hat. Sie baut sich von ‚unten’ her auf, von den Gemeinden.” Deshalb sei es wichtig, dass sich möglichst viele Männer und Frauen zur Wahl stellen. Buß dankte allen, die sich tatkräftig dafür einsetzen, dass in ihrer Gemeinde genügend Kandidaten zusammenkommen. Wahlen böten „die unvergleichliche Chance der qualifizierten Gemeindebeteiligung – auch wenn das nicht immer bequem sein mag”. Das ehrenamtliche Engagement von Presbyterinnen und Presbytern sei ein maßgeblicher Teil des Kirchenrechts. Die Wahlen stünden also nicht im Ermessen oder Belieben der jeweils Verantwortlichen. In klarem Widerspruch zur basisorientierten Ordnung der westfälischen Kirche stehe die Meinung, man brauche keine Wahlen, weil sich ohne sie alles viel einfacher regeln lasse und Wahlen nur Unruhe brächten. Da sich viele Menschen heute nicht mehr für einen langen Zeitraum an ein verantwortungsvolles Amt binden wollen, hat die Landessynode im letzten Herbst einen wichtigen Beschluss gefasst, der die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten, so der Präses, erleichtern werde: Eine Wahlperiode dauert jetzt nicht mehr acht, sondern nur noch vier Jahre. Wiederwahl ist möglich. Das Presbyterium ist verantwortlich für die evangelische Kirche vor Ort, für den Gottesdienst und alle anderen Formen des Gemeindelebens ebenso wie für Personal und Finanzen. Es vertritt die Gemeinde im rechtlichen Sinne, ist also auch Arbeitgeber der dort Beschäftigten.
Siehe auch:
- Neues Presbyterium im Amt
- Große und kleine Tiere
- Wehrendorf hat gewählt
- Wehrendorf hat die Wahl
- Kirchenwahl 2008: Kandidaten gesucht
- Presbyteriumswahlen 2008
- Gemeinsam unterwegs
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