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SM/Wehrendorf. Am 21.3. hatten sich 120 Personen zum 7. Dorfkaffee im Wehrendorfer Gemeindehaus eingefunden. Nach einer musikalischen Einstimmung durch Nele Neddermann am Klavier, sowie einem ausgiebigen Frühstück mit guten Tischgesprächen, begann Wilhelm Bulthaup seinem Vortrag zum Thema „Leben oder gelebt werden?“ Er lud die Zuhörer dazu ein, sich die Frage „Wie kann ich mir das Leben nehmen?“ jeden Morgen neu zu stellen. Damit beginnt der Tag besser, als wenn ich mit dem Gedanken aufstehe „Das, das, das und das muss ich heute machen und davon werde ich das und das sowieso wieder nicht schaffen.
Es gehe darum das eigene Leben anzusehen und nicht das der anderen. Wie kann ich mir mein Leben nehmen ohne es von anderen leben zu lassen? Woran merke ich, ob ich lebe oder gelebt werde? Was ist für mich das Wesentliche im Leben? Nehme ich mir Zeit dafür? Dabei ist der typische Satz „Ich habe keine Zeit“ keine Ausrede. Wir haben alle Zeit. Wer sich keine Zeit nimmt wird nie welche haben. Wir brauchen Rast. Wohin laufe ich eigentlich? Was will ich erreichen? Für wen tue ich etwas? Für mich oder habe ich mich auf die Laufpiste schicken lassen? Bin ich mit mir im Einklang? Wer für andere lebt hat Erwartungen – Liebe, Anerkennung, Wertschätzung. Der auf Anerkennung hoffende Mensch ist ein hungernder Mensch. Menschen, die ihr Leben leben haben auch ein Gespür für andere. Wer gelebt wird hat kein eigenes Gespür. Leben – oder sich leben lassen sind beides eigene Entscheidungen. Man ist nie nur Opfer, sondern immer auch Täter. Wann sage ich nein – wann bewusst ja? Dabei kann selbstbestimmtes Leben natürlich auch die bewusste Entscheidung sein, für andere zu leben.Jedes Leben hat immer die Möglichkeit eine Wende zu bekommen. Ich muss den Anfang machen. Dazu gehört die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen. Es lohnt sich in jedem Alter neu anzufangen. Jetzt widme ich mich der Gegenwart / Zukunft, nach vorne gucken nicht nach hinten. Dabei sollte ich bei guten Vorsätzen innerhalb von 24 Stunden aktiv werden, da diese sonst meistens auf der Strecke bleiben. Was ich aus meinem Leben mache ist kein Zufall. Herr Bulthaup lud dazu ein, eine Lebensbilanz / Lebenslinie anhand folgender Fragen zu ziehen: - Wann habe ich fremdbestimmt gelebt, weil ich mich nicht entschieden habe? - Wann hatte ich die Fäden in der Hand? Wann habe ich sie abgegeben bzw. mir abnehmen lassen? - Wie sahen die Phasen aus, als ich selbstbestimmt gelebt habe, wie als ich gelebt wurde? - Welches sind meine Ziele? Diese sollte ich mir selbst bewusst und auch öffentlich machen. Das bietet die Chance und Pflicht daran zu arbeiten. Den Herausforderungen muss aktiv begegnet werden.
Siehe auch:
- 10. Dorfkaffee
- Veränderte Kindheit - Herausforderungen, Chancen & Gefahren
- Dorfkaffee
- Mir wird alles zuviel! - Wie komme ich aus der Stressfalle?
- Dorfkaffee
- Einfach typisch!
- "Keine Angst vor der Angst"
- Dorfkaffee
- Vom Dunkel ins Licht
- Hauptsache gesund?!
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